Teebaumöl


Teebaumöl (Tea Tree Oil), botanischer Name: Melaleuca alternifolia (Myrtaceae), wird sowohl in der Human- als

auch in der Veterinärmedizin immer beliebter. Dies beruht nicht zuletzt auf der irrigen Annahme, dass „natürlich“ zwangsläufig „nebenwirkungsfrei“ bedeute.

Während der letzten Jahre stieg der Verkauf von Teebaumöl von rund acht auf 150 bis 200 Tonnen jährlich. In Broschüren, Büchern und Werbeanzeigen wird Teebaumöl unter anderem zur Therapie bei Akne, Schuppen und Schuppenflechte, Pilzerkrankungen, Muskelschmerzen, offenen Wunden, Rheuma, Raucherhusten und Krampfadern angeboten. Nicht selten wird Teebaumöl völlig verharmlosend dargestellt.

Unterzieht man Teebaumöl einer Gaschromatographie, so erkennt man, dass dieser angeblich so harmlose Naturstoff ein Gemisch aus einer Vielzahl potenter, pharmakologisch hochwirksamer Substanzen, wie Terpene und Phenole ist.

Da es sich um einem Naturstoff handelt, kann die Zusammensetzung von Produkt zu Produkt und von Charge zu Charge beträchtlich schwanken. Mitunter ist Teebaumöl auch gepanscht wie eine Untersuchung belegt, die unter der Leitung von Prof. Hans Becker an der Universität Saarbrücken durchgeführt und in der Deutschen Apothekerzeitung im Dezember 1997 veröffentlicht wurde.

Gleichzeitig, mit der ansteigenden Anwendung, werden global Nebenwirkungen bei Menschen und Tieren beschrieben. Humanmediziner diagnostizieren häufig eine Kontaktdermatitis oder Allergien. Ebenso mehren sich Vergiftungen mit Übelkeit, Durchfällen, Gleichgewichtsstörungen, Müdigkeit und Desorientiertheit bei Kleinkindern und Erwachsenen nach Einnahme von bis zu 10ml unverdünntem Teebaumöl.

 

Teebaumöl – Gefahr für Katzen

Teebaumöl wird immer häufiger auch völlig kritiklos bei Katzen z.B. gegen Flöhe eingesetzt, ohne dass sich die Tierbesitzer über die tierartspezifischen Unverträglichkeiten beraten lassen. Die Folge ist, dass immer wieder Katzen mit Teebaumöl-Vergiftungen in der Tierarztpraxis vorgestellt werden. Taumeln, chronische Abmagerung, Zittern, Unruhe, Schwäche sind die nur zu gut bekannten Symptome einer Teebaumöl-Vergiftung. Nicht selten endet die Vergiftung mit Koma und Tod der Katze. Werden vergiftete Katzen frühzeitig einem Tierarzt vorgestellt, so können sich die Tiere innerhalb weniger Tage erholen.

Durch den Gehalt an Terpenen und Phenolen sind Teebaumöl und viele andere ätherische Öle (Thymian-, Oregano- und Zimtöle) für Katzen giftig. Katzen können durch die fehlende Fähigkeit zur Glucuronidierung diese Verbindungen nur sehr langsam ausscheiden, die Inhaltsstoffe des Teebaumöls reichern sich im Körper der Katze an und es kommt zur Vergiftung. Selbst wenn Tierbesitzer ihren Katzen nur wenige Tropfen Teebaumöl zur Flohbekämpfung auf das Fell tropfen, können die Katzen doch bei der Fellpflege ausreichende Mengen aufnehmen und erkranken.

Insbesondere durch die schwankenden und für den Tierbesitzer schwer zu beurteilenden Inhaltsstoffe, ist die Anwendung bei Katzen ein unkalkulierbares Risiko und aus Gründen des Tierschutzes abzulehnen. Selbst wenn es im Einzelfall nicht zu sichtbaren Vergiftungserscheinungen kommt, können Langzeitfolgen, insbesondere nach mehrmaliger Anwendung, nicht ausgeschlossen werden. Außerdem steht dem Halter und dem Tierarzt eine Vielzahl von zugelassenen und erprobten Arzneimitteln zur Flohbekämpfung zur Verfügung.